Die Blumenmanager packen an...

Blumenbeete
Tuana und Duygu holen die Blumenerde...
... stellen die einzelnen Pflanzen vor...
... befreien die erste Fläche von Unkraut...
... holen kleine und große Bewohner mit ins Boot...
... und können so schon wenig später die fertigen Beete bestaunen.

Blumenprojekt Buttmannstraße

Das Blumenprojekt

Wie der Name sagt, geht es beim Blumenprojekt um Blumen. Die Idee ist von Caiju – Verein für Chancengleichheit und Arbeitsweltintegration Jugendlicher e.V. – in Zusammenarbeit mit der GESOBAU entwickelt worden und im Rahmen des 2011 in Mitte umgesetzten TeenKom-Pilotprojekt erprobt. Als Projektort wurde ein Mietshaus in der Buttmannstraße gewählt. Es geht darum, durch kleine Honorarjobs für Jugendliche – auch "Blitzjobs" genannt - interkulturelle Begegnungen im mikro-ökonomischen Kontext zu veranlassen. Mit anderen Worten soll verdeutlicht werden, welchen Wert kulturelle Integration haben kann und dabei neue Mittel für die Integration erprobt werden.

Jugendliche werden zu "Blumenmanagern"
Im Blumenprojekt haben die Jugendlichen eine ganz spezielle Rolle. Ihre Aufgabe ist es nicht, die Begrünung der insgesamt 10 Beete im Innenhof selber vorzunehmen, sondern sich in der Rolle als "Blumenmanager" an die Bewohner zu wenden und zu versuchen, möglichst viele mit ins Boot zu holen. Nach einer Ideenfindung der TeenKom-Coaches und ersten Anläufen wurden die Spielregeln zusammen mit den Jugendlichen und in Absprache mit der GESOBAU festgelegt. Die GESOBAU finanzierte die ersten fünf Pflanzen und frischen Mutterboden. Zudem zahlte sie bei jedem weiteren Einkauf von Pflanzen die gleiche Summe obendrauf, d.h. die Bewohner bekamen für 10 Euro eine Pflanze im Wert von 20 Euro.

Insgesamt 10 Jugendliche aus dem Stadtteil, die sich bei TeenKom angemeldet hatten, führten in unterschiedlicher Besetzung die anfängliche "Akquise" unter den Bewohnern durch. Um Klarheit zu verschaffen und ein Wechsel der Einsatzkräfte zu unterstützen wurde eine große Tabelle mit allen Ergebnissen angelegt. Ende August hatten sich schließlich eine ausreichende Anzahl von Bewohner als interessiert gemeldet und einen ersten Tag für das Anpflanzen bestimmt.

Erste gemeinsame Gespräche unter Nachbarn
Die Freude war groß, als der erste Busch im Boden verankert war. Während das Auto zum zweiten Mal mit Pflanzen beladen wurde, machten sich schon weitere Bewohner an das Unkraut. Ein türkisches Ehepaar, das sich nicht vorab dem Projekt angeschlossen hatte, war so über die Aktivität erfreut, dass es spontan Tee und Kekse vorbeibrachte. Mehrere Bewohner, die sonst nie einen Anlass für ein gemeinsames Gespräch gehabt hatten, waren so zum ersten Mal zusammengekommen. Ohne Zweifel: Die Pflanzen sind schön, aber noch schöner war die Gemeinsamkeit an diesem Nachmittag. "Es ist eine gute Möglichkeit, den tristen Hinterhof schöner zu machen und dieses Haus ein bischen weniger anonym zu machen", erklärte ein Bewohner.